{"id":453,"date":"2016-11-09T18:31:52","date_gmt":"2016-11-09T18:31:52","guid":{"rendered":"http:\/\/sperzelhp.eu\/?p=453"},"modified":"2018-03-12T16:34:04","modified_gmt":"2018-03-12T16:34:04","slug":"meditation-dhyana-und-zazen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sperzelhp.com\/?p=453","title":{"rendered":"Meditation &#8211; Dhyana und Zazen"},"content":{"rendered":"<p>Wenn wir heute in Wikipedia nachschlagen, um die Verwendung des Begriffes Meditation zu ergr\u00fcnden, werden wir erschreckt feststellen, das damit Alles und auch Nichts gemeint sein kann, das jede beliebige bewusstseinsbildende, esoterische und religi\u00f6se Richtung etwas anderes damit meint, alle meist nur ihre Dogmen und Glaubensinhalte vertreten und nat\u00fcrlich auch best\u00e4tigt sehen m\u00f6chten und damit genau das tun, was man heute mit Themenbesetzung benennt und was zielgerichtet nur zu einer Meinungshoheit f\u00fchren soll.<br \/>\n<!--more-->Zun\u00e4chst einmal sollten wir beim Namen nennen, was schon einen Namen hat. Wenn wir also beim Sitzen in \u201eMeditation\u201c in die Flamme einer Kerze schauen oder ein Mantra rezitieren, dann verfolgen wir die Technik des Dhyana, der yogischen Meditation. In einer Asana \u00fcben wir Asana, in Pranayama \u00fcben wir Pranayama. Wenn wir dabei Begriffe wie Shiva oder Vishnu verwenden, verfolgen wir eine hinduistische Meditationsform, die ebenfalls Dhyana genannt werden darf, aber einen religi\u00f6sen, dogmatischen Hintergrund hat. Wenn wir Zazen \u00fcben, verfolgen wir eine buddhistische Meditationsform, die mit den Begriffen Nichts und Leere arbeitet.\u00a0 Wenn wir TZM verfolgen, \u00fcben wir mit einem begrifflosen Mantra, wenn wir k\u00e4mpfen, betreiben wir Kampfsport oder \u2013kunst, wenn wir tanzen, tanzen wir. Ich finde es einfach sinnvoll, die Dinge beim Namen zu nennen, auch wenn das Ziel all dieser Wege gleich sein sollte, was allerdings erst einmal hinterfragt und auch beantwortet werden muss. Selbst wenn wir eine positive Antwort dazu ann\u00e4hmen, erreichen wir -um eine Metapher zu gebrauchen- Lissabon entweder mit dem Flugzeug fliegend, mit dem Schiff schwimmend und \u00fcber den Landweg \u00a0fahrend. Jeder Weg hat seine Namen und seine Inhalte.<\/p>\n<p>Wor\u00fcber ich hier sprechen kann sind ausschlie\u00dflich sind die Wege des Zazen und Dhyana, die ich selbst verfolgt habe oder verfolge, und das auch nur soweit ich darauf selbst Erfahrungen machen konnte und soweit ich in der Lage bin, dar\u00fcber auch zu berichten. Nicht jede Erfahrung l\u00e4sst sich auch gleich und leicht in Worten fassen, nicht jede Erfahrung eignet sich zur Weitergabe an Mitmenschen und nat\u00fcrlich gibt es auch Erfahrungen, die ich gar nicht weitergeben m\u00f6chte, da sie mir zu pers\u00f6nlich erscheinen. Das ich trotz dieser Einschr\u00e4nkungen bereit bin, die Lehre des Sitzens in Meditation an Kursteilnehmer weiterzugeben, beruht auf der Einsicht, dass unsere Gesellschaft Menschen braucht, die zu\u00a0 einer Meditationspraxis f\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>In jeder beliebigen Meditationspraxis k\u00f6nnen Erfahrungen gemacht werden, was an sich profan ist und sich daraus ableitet, das wir in jeder Sekunde unseres Lebens Erfahrungen machen k\u00f6nnen. Wenn wir allerdings in einer \u00dcbungspraxis auf Erfahrungen hinarbeiten, m\u00fcssen wir uns dar\u00fcber im Klaren sein, welche Erfahrungen wir denn zu machen w\u00fcnschen, denn: Die Erfahrungen jeder Meditationsform werden in aller Regel in jeder Tradition anders beschrieben und auch anders benannt. So ist zun\u00e4chst einmal die Unterscheidung wichtig, ob diese Erfahrungen einen mehr praktischen Nutzen haben sollen wie z.B. die St\u00e4rkung der Konzentrationsf\u00e4higkeit oder die F\u00e4higkeit, gut einschlafen oder abschalten zu k\u00f6nnen, oder ob diese Erfahrungen dem Leben an sich als Erweiterung, Vervollkommnung oder Entwicklung dienen sollen. Die erstgenannten Motive k\u00f6nnen als\u00a0 \u201eich meditiere, um\u2026 zu erm\u00f6glichen\u201c\u00a0 zusammengefasst werden, die letztgenannten als\u00a0 \u201eich meditiere, um\u2026 zu werden\u201c.<\/p>\n<p>Dann ist es wie bei allen Erfahrungen notwendig zu entscheiden, in welcher Sprache und Form ich diese Erfahrungen ausdr\u00fccken, selbst leben oder weitergeben m\u00f6chte. Arbeite ich also bei der Weitergabe in einem buddhistischen, christlichen oder hinduistischen Sprach- und Ausdrucksgef\u00fcge oder bevorzuge ich eher eine wissenschaftliche Form wie Psychologie, Psychoanalyse oder Philosophie. W\u00e4hrend die religi\u00f6sen Formen relativ genau gef\u00fcgte Ausdrucksweisen besitzen, die grundlegende Dogmatiken nicht ausschlie\u00dfen k\u00f6nnen, sind die mehr atheistischen Formen vielgestaltiger, differenzierter und daher auch sehr viel mehr mit der Gefahr belastet, sich im Dschungel der Variationsm\u00f6glichkeiten zu verirren. Alle Sprachen, Wissenschaften, Religionen und Weltanschauungen haben bereits in ihrem Grundkonstrukt eine vorgegebene Sichtweise eingearbeitet, aus der innerhalb eines Beschreibungsversuches nicht oder nur schwer ausgebrochen werden kann. Lediglich die Absicht, sich auf \u201enur sich selbst leben\u201c zu beschr\u00e4nken, kann auf die Formulierung in Sprache verzichten; und auch dieses wird schwierig sein, lebt man doch selbst als Einsiedler nicht allein auf dieser Welt und k\u00f6nnte in die Not geraten, seine Reaktionen oder Nichtreaktionen anderen Menschen erkl\u00e4ren zu m\u00fcssen. Selbst Heilige haben sich in der Vergangenheit\u00a0 aufgrund ihrer Aussagen schon mal schnell in der Psychiatrie oder auch auf einem Hinrichtungsplatz wiedergefunden.\u00a0 In neuerer Zeit scheitern Ehen und Familien, Freundschaften und Sozialgef\u00fcge an einseitig ausgelegten und unerkl\u00e4rbaren Entwicklungen. Daher empfehle ich allen Meditierenden, sich vorab schon einer erkl\u00e4rbaren, verstehbaren \u00a0Sprache zu bem\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Der Aufbruch in ein anderes Seins Gef\u00fcge, das viele Traditionen als hohes Ziel versprechen,\u00a0 sollte nur dann angestrebt werden, wenn man sich in seiner jetzigen eigenen Haut nicht (mehr) wohlf\u00fchlt. Der Weg endet immer im Unbekannten und kann seine Versprechen einl\u00f6sen \u2013 oder auch nicht. Sich aufzumachen, um etwas Neues zu gewinnen aus Stolz, Ehrgeiz oder Prahlsucht wird, so ist in allen Schriften zu lesen, immer im Desaster enden. Was angestrebt werden kann ist (mehr) Freiheit, Weisheit und Entwicklung, und diese k\u00f6nnen nur dem Menschsein an sich dienen, nicht aber pers\u00f6nlichen Begehrlichkeiten. Gier, Hass und Verblendung sind, so sagt man im Zen, zu l\u00f6sen, nicht zu pflegen. Meditation in moderner Form ist eine h\u00f6chst pers\u00f6nliche Praxis, ist an sich nicht formalisierbar, ist nicht institutionalisierbar und nicht organisierbar. Ein Lehrer und eine Schule k\u00f6nnen Hilfe geben und einen Schutz- und \u00dcbungsrahmen setzen. Die Arbeit an sich aber ist immer dem Menschen selbst vorbehalten.<\/p>\n<p>So vermittelt und praktiziert kann Meditation gelingen. Alles andere ist im meiner Vorstellung heute nur neuer und daher ungereifter Wein in alten verkrusteten Schl\u00e4uchen.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F453&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.com\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F453&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.com\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fsperzelhp.com%2F%3Fp%3D453&text=Meditation%20%E2%80%93%20Dhyana%20und%20Zazen\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fsperzelhp.com%2F%3Fp%3D453\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir heute in Wikipedia nachschlagen, um die Verwendung des Begriffes Meditation zu ergr\u00fcnden, werden wir erschreckt feststellen, das damit Alles und auch Nichts gemeint sein kann, das jede beliebige bewusstseinsbildende, esoterische und religi\u00f6se Richtung etwas anderes damit meint, alle meist nur ihre Dogmen und Glaubensinhalte vertreten und nat\u00fcrlich auch best\u00e4tigt sehen m\u00f6chten und damit genau das tun, was man heute mit Themenbesetzung benennt und was zielgerichtet nur zu einer Meinungshoheit f\u00fchren soll. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":565,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[22],"tags":[28,29,23,30,31,24],"class_list":["post-453","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zen","tag-dhyana","tag-erfahrung","tag-meditation","tag-ubungspraxis","tag-weg","tag-zen"],"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/453","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=453"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/453\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":566,"href":"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/453\/revisions\/566"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/565"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=453"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=453"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=453"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}