{"id":584,"date":"2018-06-30T14:38:28","date_gmt":"2018-06-30T14:38:28","guid":{"rendered":"http:\/\/sperzelhp.com\/?p=584"},"modified":"2018-06-30T14:56:38","modified_gmt":"2018-06-30T14:56:38","slug":"meditation-und-allein-sein-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sperzelhp.com\/?p=584","title":{"rendered":"Meditation und Allein-Sein-K\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>Die Erf\u00fcllung eines lang getr\u00e4umten Ideals, dem Ideal n\u00e4mlich, frei zu sein von Fremdbestimmung und Hetze,\u00a0 frei von der Ausf\u00fchrungspflicht offensichtlich sinnloser T\u00e4tigkeiten, die Freiheit zu haben, Pausen zu machen, wenn es notwendig ist, etwas Essen zu k\u00f6nnen, wenn der Hunger sich meldet oder einfach schlafen zu k\u00f6nnen, wenn die M\u00fcdigkeit sich einstellt, diese Freiheit also ist tats\u00e4chlich f\u00fcr jeden erreichbar. Die Schwelle, die dazu \u00fcberschritten werden muss, hei\u00dft: Renteneintritt. Es ist nicht wie bef\u00fcrchtet ein Weg auf ein Abstellgeleis, sondern tats\u00e4chlich der Beginn des wirklichen Lebens. <!--more--><\/p>\n<p>Seit drei Monaten jetzt schon beginnt der Tag mit der Frage, welcher Tag eigentlich heute ist und wie lange die Gesch\u00e4fte ge\u00f6ffnet haben; ist also Samstag oder gar Sonntag. Diese so wichtige Antwort beeinflusst die M\u00f6glichkeiten, die der neu anbrechende Tag so bietet. Danach ist nat\u00fcrlich noch die Frage zu stellen, brauche ich etwas, oder kann ich mich getrost zur\u00fccklehnen und den Tag kommen lassen. Weitere kleine Fragen besch\u00e4ftigen sich damit, wer alles an diesem Tag so in der N\u00e4he sein wird und ob es Termine gibt, die wahrgenommen werden sollten. Sonst gleichen sich die Tage seit dem Renteneintritt wie ein Ei dem anderen, denn: Ich kann tun, was immer ich m\u00f6chte, auch Nichts-Tun steht zur Position.<\/p>\n<p>Das ich trotzdem vom Wecker geweckt werde, gestehe ich der Solidarit\u00e4t mit meiner Partnerin zu, die noch ein paar Jahre das Hamsterrad des Broterwerbs erdulden muss. Es ist einfacher f\u00fcr sie, wenn wir gemeinsam oder zumindest nahezu zeitgleich in den Tag starten. F\u00fcr mich steht dann ja auch noch die t\u00e4gliche Meditations- und Yogapraxis an, die jeden Morgen zu bew\u00e4ltigen ich mir fest vorgenommen habe und die zurzeit gut zwei Stunden in Anspruch nimmt. Es wird also 10:00 Uhr oder sp\u00e4ter, bis die eigentlich freie Tageszeit beginnt. Aber davon sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Mit Eintritt in die Rente \u00fcbertrat ich die Schwelle in einen Raum, der ein entkrampftes Zur\u00fcckblicken erlaubt. Denn neben der wiedergewonnenen Selbstbestimmtheit habe ich endlich auch mal die Zeit und die Chance, ohne Scherben zu hinterlassen zur\u00fcckzublicken auf mein verkorkstes und in der Summe von mehr Tiefen als H\u00f6hen gezeichnetes Leben. Ohne Scherben deshalb, weil ich nicht morgen schon wieder zur Arbeit im Kreise der Kollegen antreten muss, ohne Scherben, weil viele Menschen bereits gestorben sind oder sich dauerhaft von mir abgewendet haben, ohne Scherben, weil ich morgen immer einfach blau machen kann, ich zu Hause bleiben kann und niemanden ins Angesicht blicken muss, den ich noch kurz zuvor im Geiste zerrissen habe. Ich kann meine Auszeiten frei bestimmen, kann einen Tag oder drei Wochen mich zur\u00fcckziehen und meine Gedanken und Tr\u00e4ume ziehen lassen, ohne bleibenden Schaden anzurichten. Diese Arbeit, das wei\u00df ich jetzt ganz sicher, ist notwendig. Ohne sie kann ein zufriedener Ruhestand nicht gesch\u00f6pft werden. Ohne sie blieben die Verletzungen, die Widrigkeiten und die erlittene Ausbeutung die einzige Richtspur des weiteren Lebens.<\/p>\n<p>\u201eWer bin ich\u201c ist leider nicht die einzige Frage meines Lebens, die offen geblieben ist bis heute ins 64te Lebensjahr. Da sind die Fragen, warum ich der Einzelg\u00e4nger geworden bin, der ich bin, warum ich selbst in \u00fcberf\u00fcllten S\u00e4len mich h\u00e4ufig allein f\u00fchle, warum so viele selbstverst\u00e4ndlich bei nahezu allen Mitmenschen zu bemerkende Interessen (z.B. Fu\u00dfball, Kochen) bei mir keinerlei Halt gefunden haben, warum ich in geselligen Runden selten der Plauderei folgen kann und dann immer abgeh\u00e4ngt und im Gef\u00fchl unverstanden, also mehr gelangweilt als involviert dabei sitze, warum ich mit Alkohol im Blut still werde und nicht laut wie die meisten anderen, warum mich Mode und Klatsch nicht interessieren und warum ich Sachb\u00fccher, aber keine Romane lese. Ich musste heute feststellen, dass die verzagten Versuche, mich mehr und mehr an die Normen der Gesellschaft anzupassen, mit wenig Erfolg beschienen waren und muss mir mein Versagen dar\u00fcber eingestehen. Und nach drei langen Wochen des Gr\u00fcbelns dar\u00fcber konnte ich mir allerdings ein \u201eGott sei Dank, hast du versagt\u201c nicht verkneifen.<\/p>\n<p>Mit jedem neuen Tag meines Ruhestandes wird mir zunehmend bewusst, dass das, was alles so gelaufen ist in meinen Jahren mich genau dahin gebracht haben, wo ich heute stehe. Und kein Versagen und keine Verletzung konnte mich aus dieser Bahn werfen. Einzelg\u00e4nger im Ruhestand ist besser als ein geselliger Genosse zu sein, habe ich doch jetzt viel mehr Zeit als die Mitmenschen in meiner Umgebung. Allein sein k\u00f6nnen ist da ein gro\u00dfes Pfund. Fu\u00dfballmeisterschaften und die ganzen anderen netten Gesellschaftsvergn\u00fcgen sind meist von mehr Frust beschienen als von Freude. Kein Wunder, denn das alles ist heute mehr Gesch\u00e4ft als die Gladiatorenspiel der R\u00f6mer es jemals waren. Und Gladiatoren sind sie alle, die gro\u00dfen Helden aller Spiele.\u00a0 Auch sind die Plaudereien, denen ich heute mit viel mehr Aufmerksamkeit lausche als fr\u00fcher, oft f\u00fcr meine Interessenlage wenig treffend und daher f\u00fcr mich h\u00e4ufig ohne Tiefgang (was ein Vorurteil ist, ich wei\u00df), und das ich daher mehr und mehr froh dar\u00fcber bin, mich nicht wirklich beteiligen zu m\u00fcssen. Das w\u00e4re auch viel zu anstrengend, ist doch mit sachlichen Argumenten in Zeiten von alternativen Fakten und Fake News und den hohen emotionalen Anforderungen an eine Aussage wenig Raumgewinn zu erzielen. Die Gefahr, sich zu irren oder in die Nesseln zu setzen ist viel gr\u00f6\u00dfer als allgemein wahrgenommen. Gleiches gilt f\u00fcr Mode und Klatsch. Wer jemals auf einem Designersofa eingeschlafen ist, wei\u00df, wovon ich rede, und Designerklamotten sind oft unbequem und unpraktisch. Und eine Beschr\u00e4nkung auf wenige Farben und Formen erspart viel Nachdenken und Gr\u00fcbeln dar\u00fcber , ob ich mich auch so au\u00dfer Haus begeben k\u00f6nne. Und was das Lernen aus Romanen angeht, sollte sich jeder selbst ein Urteil bilden. Ich denke, mit Sachb\u00fcchern ist das einfacher, kommen sie doch meist ohne versteckte Botschaften aus. Alles in allem betrachtet habe ich so vom Abstand betrachtet doch sehr oft die richtigen Entscheidungen getroffen. Heute mit 64 bin ich noch immer kerngesund, wach, habe ein festes leistungsloses Einkommen, bin unk\u00fcndbar, habe die verschiedensten Interessen und Ideen, meditiere t\u00e4glich, \u00fcber Yoga und habe sogar eben noch eine Rentenanpassung bekommen, ohne daf\u00fcr irgendetwas Fremdbestimmtes tun zu m\u00fcssen. Mit anderen Worten gesagt und als Fazit zu verstehen bedeutet das: \u201eIch habe doch wohl alles richtig gemacht!\u201c.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>Ausgehend von einigen Begrifflichkeiten, die ich zugegebener Weise aus Georgio Agamben\u2018s Text \u201eDas Abenteuer\u201c abgekupfert habe, m\u00f6chte ich mein kleines Leben noch einmal in anderer Perspektive und Begrifflichkeit Revue passieren lassen und dabei den Fokus auf das Werden richten, auf das Sein, und somit auf die Leidenschaft verweisen, die mich meditieren l\u00e4sst. Vielleich er\u00f6ffnet mir das Schreiben in ungewohnter\u00a0 Bedeutung eine neue Sicht der Begebenheiten, die mein Leben geformt haben. Diese Begriffe (s.u. und fett gedruckt) erscheinen mir besonders geeignet, das zu Sagende in treffender Weise in Worte zu fassen. <sup class='footnote'><a href='#fn-584-1' id='fnref-584-1' onclick='return fdfootnote_show(584)'>1<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Der D\u00e4mon meines Lebens <sup class='footnote'><a href='#fn-584-2' id='fnref-584-2' onclick='return fdfootnote_show(584)'>2<\/a><\/sup> besteht in der jahrelangen Ansicht, dass die mangelnde Akzeptanz der Umwelt meiner Person gegen\u00fcber, der ich in nahezu jeder Phase meines langj\u00e4hrigen Tuns begegnet bin, grunds\u00e4tzlich ein Fehler meinerseits zugrunde liegen m\u00fcsse. Das soziale Kompetenz gelernt werden muss, dass dazu ein Lehrender vorhanden sein muss, ist mir erst im Studium von Sachb\u00fcchern jenseits des 40ten klar geworden. Weder in meiner Kindheit noch in den darauf folgenden Etappen wie Schule, Lehre, Beruf und auch in Freundschaften sind mir Lehrer begegnet, die dazu bereit oder auch nur ann\u00e4hernd in der Lage dazu waren. So ist es nicht verwunderlich, ein Einzelg\u00e4nger geworden, h\u00e4ufig dem Mobbing und Ausschluss aus Gemeinschaften ausgesetzt gewesen zu sein. Das ich dabei Allein-Sein gelernt habe, wird sich wohl erst heute in einen Vorteil umkehren.<\/p>\n<p>Allein-Sein-K\u00f6nnen ist f\u00fcr mich somit ein Aspekt von Tyche <sup class='footnote'><a href='#fn-584-3' id='fnref-584-3' onclick='return fdfootnote_show(584)'>3<\/a><\/sup>. Sie ist aus heutiger Perspektive meine einzige wirkliche Begabung, die zwar auch erst erlitten werden musste, aber die sich zu in vielen Jahren zu einer Meisterschaft entwickelt hat. Andere k\u00f6nnen mit einem Ball umgehen, k\u00f6nnen Musik machen oder toll kochen, ich kann wunderbar alleine sein. Eine Neigung, die gerade in fortgeschrittenem Alter von gro\u00dfem Vorteil sein kann, wie ein Blick in die deutsche Gesellschaft wohl zeigt. Und ein Aspekt, der in der Meditation eine unsch\u00e4tzbare Hilfe zu werden verspricht.<\/p>\n<p>Mit 15 die beh\u00fctete Heimat meines Dorfes und der Gemeinschaft dort, die f\u00fcr mich mehr Folter als Geborgenheit war, zu verlassen und 1970 ins gro\u00dfst\u00e4dtische Frankfurt zu wechseln war eine der bedeutendsten Entscheidungen meines Lebens. Es war ein Fallen in eine ganz andere Welt, die ein Aventure <sup class='footnote'><a href='#fn-584-4' id='fnref-584-4' onclick='return fdfootnote_show(584)'>4<\/a><\/sup> wurde. Man muss sich das vorstellen: Aus der kleinb\u00fcrgerlichen Provinzialit\u00e4t in das revolution\u00e4re Frankfurt, wo Menschen meines Alters sich durch die Stra\u00dfen schoben und Mao und Ho Chi Minh riefen, Barrikaden bauten, H\u00e4user besetzten und so ziemlich gegen alles waren, was die Gesellschaft bis dato zu bieten hatte. Es war ein Abenteuer, das ich zu nutzen wusste, und was folgte war wie eine zweite Pubert\u00e4t, eine Metamorphose, die in meinem Bekanntenkreis f\u00fcr gro\u00dfe Verwirrung sorgte. Lange Haare und Jeans mit Parker statt Lederhosen und Topfhaarschnitt, revolution\u00e4re Ansichten und die immerw\u00e4hrende Bereitschaft , aktuell informiert zu sein und dar\u00fcber auch diskutieren zu wollen, reduzierte meinen Bekanntenkreis mehr und mehr auf ein Minimum. Was folgte war Heimatlosigkeit, gegangen aus dem Provinziellen, noch nicht angekommen im St\u00e4dtischen, zwischen allen Fronten und in einem Beruf verbleibend, in dem f\u00fcr Freiheit und Selbstbestimmung wenig bis gar keine Toleranz zu finden war. Es folgte im Beruf Mobbing, Missachtung und Herabsetzung (sowohl durch Kollegen als auch durch Vorgesetzte), die ich durch weiteren R\u00fcckzug, durch Anake\u00a0 <sup class='footnote'><a href='#fn-584-5' id='fnref-584-5' onclick='return fdfootnote_show(584)'>5<\/a><\/sup> und Konzentration auf Leistung zu kompensieren suchte. Nicht angreifbar zu sein, weil man in der Firma auf meine Arbeiten nicht verzichten wollte, wurde in der Folge eines der ma\u00dfgebenden Motive meines Arbeitslebens, mit denen ich, h\u00e4ufig mehrgleisig unterwegs, viele Problemstellungen aussitzen und \u00fcberstehen konnte.<\/p>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<p>Auch Eros <sup class='footnote'><a href='#fn-584-6' id='fnref-584-6' onclick='return fdfootnote_show(584)'>6<\/a><\/sup> durfte ich begegnen, als nach einer gro\u00dfen T\u00e4uschung in Sachen Beziehung und Liebe nach einer mehrst\u00fcndigen Starre sich mir eine Einsicht er\u00f6ffnete, die darin bestand, das Liebe in seiner wirklichen Form nicht abh\u00e4ngig ist davon, geliebt zu werden, sondern aus dem Leben selbst und f\u00fcr mich daher aus mir selbst herausstr\u00f6mt. Liebe ist einfach da, Freude ist einfach da, und ich finde beide in der Wendung des Blickes nach innen. Es ist nicht einmal notwendig, das Gef\u00fchlte auch auszudr\u00fccken. Nach diesem Ereignis habe ich niemals wieder Verzweiflung empfunden. Wut, ja nat\u00fcrlich, Zorn, selbstverst\u00e4ndlich, aber Verzweiflung, Mattheit oder eine Aufgabe des Lebenswillens gibt es seither nicht mehr, denn tief im meinem Inneren finde ich immer noch die meist angelehnte T\u00fcr, die sich in einer aufmerksamen Phase \u00f6ffnet und Liebe, Freude und Elpis \u00a0<sup class='footnote'><a href='#fn-584-7' id='fnref-584-7' onclick='return fdfootnote_show(584)'>7<\/a><\/sup> entstehen l\u00e4sst. Seither versuche ich durch Meditation zu ergr\u00fcnden, was ich bin und was sich hinter dieser T\u00fcre tief in meinem Inneren verbirgt. Ich werde es ergr\u00fcnden, irgendwann, wenn Elpis, Eros und Aventure bereit sind, sich meiner Wahrnehmung zu \u00f6ffnen. Und dann kann und werde ich es auch bezeugen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Meditation ist eine wunderbare Technik, die nicht nur in der kurzen Zeit der t\u00e4glichen Praxis seine Wirkung entfaltet. Durch diese Praxis habe ich warten gelernt, Geduld gelernt und erweitere meine Bef\u00e4higung zum Alleine-Sein. Nicht das ich immerzu allein sein m\u00f6chte, nein, aber h\u00e4ufig finde ich mich durch die Welt um mich herum im Wartemodus wieder, sei es in der Schlange, sei es wartend auf einen Termin, sei es in kurzen Phasen der Langeweile, die ebenfalls Anake sind und nur den \u00dcbergang zeitigen, bis eine neue Idee Einsatz und T\u00e4tigkeit erfordert. In Stille und Freude warten zu k\u00f6nnen ist ein Segen f\u00fcr mich und andere. Man sollte Meditation als Fortbildungsfach f\u00fcr Beruf und Freizeit fl\u00e4chendeckend einrichten. Ich denke, die Menschen w\u00fcrden dann, wenn sie diese Kurse besuchen, so wie ich selbst sowohl im einfachen Alltag als auch ganz besonders im Ruhestand, ohne D\u00e4mon oder, einfacher gesagt, gl\u00fccklicher sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class='footnotes' id='footnotes-584'>\n<div class='footnotedivider'><\/div>\n<ol>\n<li id='fn-584-1'> Worte, die im heutigen Sprachgebrauch vielf\u00e4ltig Verwendung finden wie Charakter, Abenteuer, Hoffnung, Liebe, usw. w\u00fcrden ansonsten einen interpretierbaren Eindruck hinterlassen und jeder Lesende w\u00fcrde aus seiner aktuellen Sprechansicht zu anderen Aussagen kommen m\u00fcssen. Sie stehen zumindest in der Alltagssprache f\u00fcr begrifflich fest abgegrenzte Eigenschaften. Daher verwende ich die mythischen Formen der Worte und definiere sie bei der Erstbenennung in der Fu\u00dfnote. Sie sind allesamt wie Ringe zu verstehen, die ineinandergreifen, so wie ein Hexapol <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-584-1'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-584-2'> Als <strong>D\u00e4mon (Charakter)<\/strong> werde ich in den folgenden Zeilen den Aspekt benennen, der in der R\u00fcckschau auf \u00fcber 60 Jahre leben eine Mischung aus Karma, also selbstverschuldeten und selbstgew\u00e4hlten Entscheidungen sowie die nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip folgenden Antworten der Umwelt (Familie, Schule, Beruf, Freundschaft) ein Leben bestimmen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-584-2'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-584-3'> Als <strong>Tyche (Zufall, Schicksal)<\/strong> erscheinen dann die Aspekte, die sich der eigenen Person und deren kleinen Umfeld vollkommen entziehen. Beispiele daf\u00fcr w\u00e4ren zum Beispiel ein Krieg, ein gesellschaftlicher Umbruch, eine Potenzierung der Technik mit neuen M\u00f6glichkeiten der Gestaltung usw. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-584-3'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-584-4'> <strong>Aventure<\/strong> oder \u00fcbersetzt\u00a0 <strong>das Abenteuer<\/strong> ist f\u00fcr mich immer ein Aufbruch in eine ungewisse Zukunft, ist verbunden mit der Aufgabe von Sicherheit, Geborgenheit und mit dem Risiko behaftet, das Zur\u00fcckzulassende zu verlieren. So ist wie im Beispiel von Anake das Verlassen seines Dorfes immer ein Aufbruch, ein Abenteuer. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-584-4'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-584-5'><strong> Anake <\/strong>oder <strong>die Notwendigkeit<\/strong> beschreibt Entscheidungsprozesse, deren Entstehung und Auswirkung, die im Gro\u00dfen und Ganzen zur Zeit der Aktualit\u00e4t keinerlei Auswahl zulie\u00dfen, also alternativlos waren. Die Entscheidung zum Beispiel, sein Dorf zu verlassen und in der Fremde sein Gl\u00fcck zu suchen, erscheint dann alternativlos, wenn in der Gegebenheit der Situation weder Hoffnung noch Chancen bestanden, einen Leidensweg zu beenden, zu ver\u00e4ndern oder sogar umzukehren. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-584-5'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-584-6'> Als <strong>Eros (Liebe)<\/strong> steht hier nicht die kleine Liebe auf eine oder wenige Personen gerichtet (Geliebte, Familie, Volk), sondern die allumfassende Liebe, der Freude verwandt, die dem Leben und dem Sein gegen\u00fcber dargebracht wird. Die erotische Liebe hingegen w\u00fcrde ich gedanklich mehr dem Abenteuer zuordnen, ist sie doch stets zu gro\u00dfen Teilen ein Aufbruch in kultiviertes Terrain des Daseins. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-584-6'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-584-7'> <strong>Elpis oder die Hoffnung<\/strong> ist f\u00fcr mich anders als ein Hoffen auf den Lottogewinn, den Sieg meiner Mannschaft oder der Gedanke, vielleicht merkt es ja keiner. Elpis ist f\u00fcr mich die Art von Hoffnung, die aus der Tiefe meines Wesens kommend mich dem Leben \u00fcbergibt, die mich zitternd zwar, aber doch mutig dem Neuen entgegeneilen l\u00e4sst. Sie ist, auch wenn nicht immer in gleicher Form, einem Charakterzug vergleichbar, der ein Risiko einzugehen bereit ist, um sein Leiden zu beenden. Sie ist einerseits ein Kraftmechanismus des D\u00e4mons, andererseits ein Aspekt des Aventure, dem \u201ejetzt oder nie\u201c vergleichbar. Wichtig dabei ist das Motiv, das f\u00fcr mich zumindest immer darin bestehen muss, mich ver\u00e4ndern zu m\u00fcssen, weil mein Lernen und Wachsen sonst aufh\u00f6ren w\u00fcrden. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-584-7'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F584&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.com\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/sperzelhp.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F584&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.com\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fsperzelhp.com%2F%3Fp%3D584&text=Meditation%20und%20Allein-Sein-K%C3%B6nnen\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fsperzelhp.com%2F%3Fp%3D584\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erf\u00fcllung eines lang getr\u00e4umten Ideals, dem Ideal n\u00e4mlich, frei zu sein von Fremdbestimmung und Hetze,  frei von der Ausf\u00fchrungspflicht offensichtlich sinnloser T\u00e4tigkeiten, die Freiheit zu haben, Pausen zu machen, wenn es notwendig ist, etwas Essen zu k\u00f6nnen, wenn der Hunger sich meldet oder einfach schlafen zu k\u00f6nnen, wenn die M\u00fcdigkeit sich einstellt, diese Freiheit also ist tats\u00e4chlich f\u00fcr jeden erreichbar. 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